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Schlüsselburg, oder die russische Bastille

Schlüsselburg entstand im 14. Jahrhundert. Hier kann man sich über alle bedeutendsten Ereignisse russischer Geschichte informieren, köstliche regionale Fischgerichte probieren und Freundschaft mit Einheimischen schließen. Diese behaupten, man solle schon einen sehr triftigen Grund haben, um Schlüsselburg zu verlassen.

1323 ließ Nowgoroder Fürst Juri Danilowitsch am Quellenort der Newa die Festung Oreschek bauen. Hier wuchsen viele Haselsträucher, die der Festung ihren Namen gaben. Mehrere Jahrhunderte lang wehrte sie Angriffe von Schweden ab, die immer wieder versuchten, den Russen den Zugang zu den nordwestlichen Meeren zu verwehren. Während ihrer langen Geschichte hatte die Festung mehrere Namen gehabt. Zwischen 1612 und 1702 hieß sie Oreschek oder Nöteborg, was auf Schwedisch «Stadt — kleine Nuss» bedeutet. Später hatte Peter der Erste die Stadt Schlüsselburg getauft: diese Stadt stellte den Schlüssel zur neuen russischen Hauptstadt Sankt Petersburg dar.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde in der Festung ein politisches Gefängnis eingerichtet. Man nannte sie russische Bastille, die Einkerkerung hier bedeutete einen sicheren Tod. Während des Großen Vaterländischen Krieges verteidigte Schlüsselburg wieder die Landesgrenzen. Nur dank den Kämpfern der Festung gelang es den faschistischen Truppen nicht, den Blockadering um Leningrad komplett zu schließen und die Stadt zu erobern.

Heutzutage besucht man Schlüsselburg, um durch die Ruinen der Festung zu laufen, alte Schiffe am Anlegeplatz anzusehen und um zu angeln. Fisch war schon immer das Hauptnahrungsmittel der Einheimischen. Am Quellenort der Newa und im Ladogasee gibt es Quappe, Neunauge, Rotauge, Barsch, Stint. Für die Erbauer von Sankt Petersburg war Stint das wichtigste Lebensmittel. Heutzutage ist dieser Fisch das Frühlings-Lieblingsgericht der Einheimischen! Das kleine, glänzende, nach Gurke duftende Fischlein ist zur Visitenkarte der Petersburgen Gastronomie geworden. Aber nur wenige wissen, dass der appetitlichste Fisch in Schlüsselburg zu finden ist. Am besten schmeckt er gebraten.

Mitte Oktober feiert Schlüsselburg seinen Geburtstag. An diesem Tag schweben Ballons in der klaren Herbstluft! Hier ist es sowohl im Herbst, als auch im Frühling und im Sommer sehr schön. Nicht umsonst behaupten die Einheimischen, es sei unmöglich, diese Stadt aus freien Stücken zu verlassen!

Wie zu erreichen

Schlüsselburg ist einfach zu erreichen: aus Sankt Petersburg fahren von den U-Bahnstationen Uliza Dybenko oder Rybazkoje Linienbusse und Linientaxis, zwischen dem Finljandski-Bahnhof, (U-Bahnstation Ploschtschd Lenina) und der Station Pertokrepost verkehren Nahverkehrszüge.

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