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Tichwin: heilige Orte und unberührte Natur

Tichwin liegt nur 200 km von Sankt Petersburg entfernt. Die Stadt entstand um das Mariä-Entschlafens-Männerkloster, (russisch: Bogoroditschny Uspenski mushskij monastyr) herum, am Ufer des malerischen Flusses Tichwinka, welcher Namensgeber für die Stadt war. Der Glockenturm des Klosters ist heute Wahrzeichen von Tichwin. Eine Reise hierher lohnt sich, um unberührte Landschaften zu bewundern, die Musik von Rimski-Korsakow, der hier geboren wurde, anzuhören und Brötchen mit den im Norden wachsenden Beeren zu kosten.

Das um die Klostermauern herum entstandene Dorf wurde im späten 14. Jahrhundert erstmals erwähnt. Während des Großen Vaterländischen Krieges verlief hier die Straße des Lebens, die einzige Straße durch den Ladogasee, die das belagerte Leningrad mit dem restlichen Land verband. Im Winter verlief sie direkt über dem Eis, in der Schifffahrtsaison übers Wasser. Heute ist Tichwin ein Rayonzentrum, seine Bevölkerung zählt knapp 60.000 Einwohner. In der historischen Altstadt sind einige alte steinerne Häuser erhalten, z.B. Gostiny Dwor, (deutsch: Handelshof) und das Woloshbenski-Haus. Interessante Muster der Holzbaukunst sind in der Orlowskaja-Straße zu sehen.

In der Stadt Tichwin hat der berühmte Komponist Rimski-Korsakow seine Kindheit verbracht. Auf der Straße seines Namens befindet sich das Museum des Komponisten, und im Gebäude der ehemaligen Regimentskirche ist ein Konzertsaal untergebracht, der auch seinen Namen trägt.

Tichwin ist durch seine wunderschönen Landschaften berühmt. Dies kann man im Sacharowski-Park schätzen lernen, wo sich gleich mehrere Aussichtsplattformen befinden; sie bieten schöne Aussichten auf den Komplex des Tichwiner Mariä-Entschlafens-Männerklosters. Der andere Park am Ufer des Wjasitski Baches heißt Hérouville-Saint-Clair, zu Ehren der französischen Partnerstadt von Tichwin. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen etwa zwanzig kleine und große Brücken.

Aber das Wichtigste, das man in Tichwin sehen sollte, ist das Tichwiner Mariä-Entschlafens-Männerkloster. Das auf seinem Gelände liegende Museum beherbergt über 30.000 Ausstellungsstücke, die mit der Geschichte des Gebiets verbunden sind. Außerdem funktioniert hier eine Pilger-Anlaufstelle. Im Speisesaal der Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche wird den Pilgern das Mittagessen angeboten. Das Klosteressen ist ziemlich bescheiden: blinde Suppe, Fisch mit Beilage, Weißkohlsalat, Kompott mit Brötchen und etwas Kagor als Nachtisch.

Was die herkömmlichen, regionalen Gerichte betrifft, so sollte man wissen, dass der Ladogasee und die umliegenden Wälder, die Einwohner von Tichwin schon immer großzügig mit Fisch, Pilzen und Beeren beschenkten. Wenn man diese Stadt besucht, sollte man unbedingt solche Gerichte wie Zarenfisch, (russisch: zarskaja ryba) und gesalzene Milchpilze mit saurer Sahne probieren. Dank dem Einfluss des benachbarten Kareliens wird hier gerne die karelische Fischsuppe zubereitet. Sie heißt Kalaruokka und wird aus saurem Fisch zubereitet. Bevor die Fischsuppe aufgetischt wird, wird sie durch Birkenholzkohle «passiert»: dies verleiht der Suppe ihren unverwechselbaren Geschmack eines auf dem Lagerfeuer zubereiteten Gerichtes. Als Nachtisch wären Marmelade oder Backwaren mit den Nordbeeren, (Moltebeeren, Rauschbeere), zu empfehlen.

Man sollte die Reise nach Tichwin so planen, dass man den strahlenden Sonnenuntergang über den Kuppeln der Kirchen und Kathedralen des Mariä-Entschlafens-Klosters festhalten kann. An dieses magische Bild erinnert man sich immer wieder gerne.

Wie zu erreichen

Man erreicht Tichwin am besten mit dem Bus von Sankt Petersburg aus, die Busse fahren von den Busbahnhöfen Sewerny, Ladoshski und am Obwodnoj-Kanal ab. Vom Bahnhof Ladoshski fährt ein Nahverkehrszug, Sankt Petersburg-Babajewo, ab.

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