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Recklinghausen: Stadt der tausend Ikonen

Recklinghausen war ein Ort der sinisteren mittelalterlichen Hexenprozesse in der Antike, und ist heute eine gemütliche und die nördlichste Stadt des Ruhrgebiets. Es lohnt sich hier das alte Stadtviertel Hohlar und das Museum der Ikonen zu besichtigen. Und wenn man im Voraus  auf den Kalender schaut und das Datum des Besuchs berechnet, so kann man sich an einer der vielen Stadtfeste finden oder am jährlichen Internationalen Theater-Festival teilnehmen.

Recklinghausen wurde zum ersten mal 1017 in Chroniken erwähnt. Vor tausend Jahren wurde diese Stadt Rikoldinskhuzon genannt, aber 150 Jahre später wurde sie umbenannt und erhielt den heutigen Namen. Im Jahre 1236 erhielt Recklinghausen Stadtrechte. Zu dieser Zeit war die Stadt ein Teil des Grafschaft Fests, und gehörte später den Erzbischöfen von Köln. Am Ende des 16. Jahrhunderts war Recklinghausen in der Mitte des so genannten Kölnischen Krieges. Es war ein religiöser Bauernaufstand, der durch die Prozesse der Reformation in Deutschland hervorgerufen wurde. Zugleich begann in der Stadt die "Hexenjagd". In Jahren 1581 und 1589 gab es Massenhinrichtungen der Frauen, die in der Hexerei verdächtigt wurden. Sie wurden auf dem Segensberg hingerichtet. In den Annalen ist der Name der  letzten “Hexen” erhalten geblieben, die damals hingerichtet wurden. Anna Spiekermann wurde ins Gefängnis gebracht und nach 16 Monaten durch Enthauptung hingerichtet, und dann wurde ihr Körper verbrannt.

Nach dem stressigen 16. Jahrhundert wurde Recklinghausen wieder eine ruhige Provinzstadt. Im Jahre 1821, dank der Verwaltungsreform, war sie in der Lage ihr Territorium erheblich zu erweitern. Jetzt besteht sie aus 13 Bezirken! Die Reisenden bewundern das historische Viertel Hochlar. Dies ist eigentlich eine "Stadt in der Stadt", da Hochlar älter als Recklinghausen selbst ist. Es wurde noch im 9. Jahrhundert erwähnt. Hier befindet sich der Segensberg, der mit Hinrichtungen von Hexen bekannt ist. Aber es ist besser einen Blick auf die Stadt aus einer Höhe von einem anderen Berg, Rodelberg zu werfen. Der Rodelberg ist ein künstlicher Berg und wurde nach dem Zweiten Krieg aus Schutt und Steinen von zerstörten Gebäuden aufgekippt. Die Höhe des Berges beträgt 124 Meter. Zu den merkwürdigen Orten außer Hochlar und künstlichen Bergen zählt auch das älteste deutsche Museum der orthodoxen Ikonen. Darin werden über tausend Ikonen aufbewahrt.

Die Westfälische Küche, die in Restaurants von Recklinghausen präsentiert ist, zählt auch zu den Touristenattraktionen. Die lokale Fleischspezialität ist Bentheimer-Landschwein-Steak. Die Bentheimer-Landschweine werden unter besonderen Bedingungen gehütet, so dass ihr Fleisch als Delikatesse serviert wird. Gut gebratenes Schweinefleisch-Steak mit Parmesan und Zucchini auf dem Grill kann man in vielen Einrichtungen der Stadt finden. Andere Gerichte der unverzichtbaren westfälischen Küche sind Kartoffeln in Form von Püree oder Knödel, lokaler Kohl in frischer oder gedünsteter Form.

Jedes Jahr finden in Recklinghausen Ruhrfestspiele statt. Diese sind das größte kulturelle Ereignis vom internationalen Ruf. Sie starten jedes Jahr am 1. Mai. An den Ruhrfestspielen nehmen Theatergruppen aus ganz Europa teil. Die Veranstaltung wird traditionell im Ruhr Festspielhaus durchgeführt – im Gebäude, das 2001 den Alldeutschen Architekturpreis erhielt. Ein weiteres herausragendes Ereignis des städtischen Lebens ist der Tag der Verteidiger des Vaterlandes. Es wird alle drei Jahre veranstaltet, und ihr Umfang unterscheidet sich deutlich von der Liste der üblichen Stadtfeste, die in den Städten Deutschlands gefeiert werden. Zu Weihnachten wird jedes Jahr auf dem Hauptplatz in Recklinghausen die Theateraufführung Krippenspiel gezeigt, die im Neuen Testament beschriebenen Ereignissen gewidmet ist.

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