Das Ruhr Festival, das jährlich in Recklinghausen veranstaltet wird, ist das wichtigste Kulturereignis der Stadt. Dies ist eines der ältesten und angesehensten Theaterfestivals in Europa. Seine Ursprünge gehen auf den kalten Winter 1946/47 zurück. Zu dieser Zeit zogen nach Recklinghausen die Schauspieler des Hamburger Theaters, für die es unerträglich war, in kalten, ungeheizten Räumen zu spielen. Hier waren sie bereit mehrere Aufführungen im Austausch für Kohle zu geben, woran im Ruhr zu dieser Zeit es keinen Mangel gab. Diese Touren der Hamburger Theaterschauspieler wurden "Kunst für Kohle" genannt.
Die Initiative der Schauspieler gefiel den lokalen Behörden. Der Magistrat von Recklinghausen wollte diese Veranstaltung jährlich organisieren. Bereits im Mai 1948 fand in der Stadt das erste Theaterfestival statt. Die erste Aufführung war die Inszenierung von Goethes "Faust". Seitdem eröffnet sich in Recklinghausen das Theaterfestival jedes Jahr immer am 1. Mai. Es erwarb internationale Maßstabe: aus ganz Europa kamen verschiedene Gruppen in die Stadt. Nun wird das Festival jährlich von mehr als 80 Tausend Menschen besucht.
Seit 2001 findet das Festival im neuen Gebäude statt. In diesem Jahr wurde es als das beste Architekturprojekt anerkannt, das auf dem Gebiet von Deutschland umgesetzt wurde. Dieses helle, durchsichtige Gebäude wurde zu einer der Attraktionen von Recklinghausen. Vor dem Eingang des Gebäudes ist ein Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs.