Der Stalinbunker ist der meist beeindruckende von allen Bunkern aus der Zeit des Großen Vaterländchen Krieges. Das Ausweichhauptquartier des sowjetischen Oberbefehlshabers in Samara befindet sich in der Tiefe von 37 Metern. Um das oberste Stockwerk des Bunkers zu erreichen, muss man 192 Stufen bewältigen. In den kritischen Situationen konnten hier bis zu 600 Menschen Zuflucht finden!
Der Stalinbunker wurde 1942 unter dem Gebäude des Kuibyschewer Gebietskomitees gebaut, nach dem geheimen Beschluss des Staatlichen Verteidigungskomitees der UdSSR «Über die Evakuierung der Hauptstadt der UdSSR Moskau nach Kuibyschew». Sein Entwurf wiederholte die Konstruktion der hauptstädtischen U-Bahn-Station «Aeroport». Das Projekt wurde von U-Bahn-Bauern Moskaus und Charkows, sowie Bergarbeitern aus Donbass verwirklicht, von insgesamt mehr als 3000 Arbeitern unterschiedlicher Qualifikationen.
Man konnte in den Bunker durch das Gebäude des Gebietskomitees hindurch, sowohl über Stufen als auch mit einem Aufzug steigen. Anlagen und Mechanismen, die den Bunkerbetrieb gewährleisteten, befanden sich im obersten Stockwerk, das im Falle einer Gefahr durch stählerne Thermotüren abgeriegelt werden konnte. Der Bunker war mit autonomen Luftregenerationssystemen und einem Elektrizitätswerk ausgestattet. Alle Einrichtungen funktionieren bis jetzt.
Im unteren Stockwerk des Bunkers ist ein Konferenzsaal für 115 Personen und ein Erholungszimmer für Stalin errichtet, das als das Kabinett im Kreml gestaltet war. Die Architekten gaben sich Mühe, damit die Anwesenden im Bunker sich nicht wie in einem Verlies fühlten. So,zum Beispiel, waren die Wandnischen im Stalins Kabinett, die Fenster vortäuschten, mit hellblauer Seide drapiert. Und die Decke des Konferenzsaals war mit einer fächerartigen Zeichnung geschmückt, die Fallschirmleinen symbolisiert, damit die Anwesenden den Schutz der Kuppel über ihnen spürten. Die oberen Stockwerke waren für die Wache, unterschiedliche Dienste und Lagerräume bestimmt. Dank den Betondeckeln von 3- und 1-Meter Stärke, die den Bunker abschirmten und zwischen denen noch eine Sandschicht war, war diese Konstruktion imstande, den Treffer der schwersten Fliegerbombe zu überstehen. Unterschiedliche Ingenieursysteme konnten dem Bunker den Autonomiebetrieb für bis zu fünf Tage gewährleisten.
Es ist unbekannt, ob Stalin diesen Bunker je bezogen hat: nach den offiziellenAngaben hat er in der Kriegszeit die Hauptstadt nicht verlassen. Aber da in Kuibyschew seine Tochter Swetlana in der Evakuierung war, hätte er diese durchaus besuchen können, indem er sich im Bunker aufhielt. Heutzutage ist der Stalinbunker ein weltweit bekanntes Museum, das man mit Voranmeldung besuchen kann.