Die Park- und Schlossanlage Oranienbaum ist aus dem gleichnamigen Anwesen des Fürsten Menschikow am Südufer des Finnischen Meerbusens hervorgegangen. 1727 wurde hier der Bau des Großen Menschikow-Palasts vollendet – ein zweigeschossiger Korpus mit anliegenden Galerien in ovaler Form. Vom zentralen Korpus aus wurde ein Kanal zum Meerbusen hin gegraben, damit die Schiffe der Gäste direkt vor dem Schloss ablegen konnten. Das Schloss wurde mehrmals umgebaut, aber ein Teil seiner Einrichtung ist bis heute erhalten geblieben, so beispielsweise der direkt vor ihm angelegte Untere Park.
Oranienbaum wurde zu Zeiten Katharinas II. aktiv bebaut, deren Gatte, Peter III. zu ihren Gunsten abgedankt hatte, und zwar in eben diesem Schlösschen. Zum Beispiel ließ die Kaiserin hier ein winziges niederländisches Haus erbauen, das später den Namen Chinesischer Palast erhielt; Seine prächtige Inneneinrichtung steht offen für Besucher. Aus derselben Zeit stammt auch der Pavillon an der Rutsche, die mit einer Bahn zum Runterfahren in speziellen Gefährten im Winter ausgestattet ist. Viele Bauwerke in Oranienbaum sind ausschließlich für Vergnügungen bestimmt, so z.B. das Gemäldehaus mit eigener Galerie, Bibliothek und Kunstkammer. Heute werden darin Werke der westeuropäischen Kunst des 16.-18. Jahrhunderts ausgestellt. Die Parks und Schlösser in Oranienbaum sind während des Zweiten Weltkrieges verschont geblieben und das macht auch ihren Wert aus. Der Obere Park, dessen Planung Rastrelli höchstpersönlich leitete, ist in seinem ursprünglichen Zustand wie im 19. Jahrhundert erhalten geblieben, mit Teichen und 30 Brücken.