Kronstadt ist ein Altersgenosse der Hauptstadt des Nordens. Diese Festungsstadt wurde dazu gebaut, um das Vorwasser zu blockieren, das zur Newa-Mündung führt. Zuerst erschienen hier Anlegestellen, Lagerstätten und Häfen, 1723 wurde bereits der zentrale Festungsbau vollendet. Der Festungsbau dauerte hier bis ins 20. Jahrhundert an. Obwohl diese Bauten ihre militärische Bedeutung bereits eingebüßt haben, bleiben sie die wichtigsten Stützpunkte an der Ostsee. Und die Festung hat bis heute überdauert und setzt sich aus mehreren Kasernen und dem Nordwall zusammen.
Der ganze Ruhm Kronstadts hängt mit dem Meer zusammen: Geschwader, die hier gerüstet wurden, trugen in Schlachten den Sieg davon, (z.B. in den Dardanellen 1807), den hiesigen Marinekadettenkorpus hatten Bellingshausen und Krusenstern absolviert, hier wurde der weltweit erste Eisbrecher gebaut – „Pilot“. Die erste militärische Taucherschule in Russland wurde 1882 ebenfalls hier gegründet. Mit der Entwicklungsgeschichte des Tauchwesens befasst sich das Marinemuseum von Kronstadt.
Die Befestigungen von Kronstadt stellen 21 Stützpunkte zusammen, 17 davon liegen am Finnischen Meerbusen. Das erste Festungswerk war der zehneckige Kronschlot mit 14 Kanonen, der schon 1704 Attacken von Schweden abgewehrt hatte. Eine Reihe von erhalten gebliebenen Befestigungen kann man heute bei einer Schiffsrundfahrt besichtigen. Der erste Gouverneur von Kronstadt war Alexandr Menschikow, ein Mitstreiter Peters, der eine prachtvolle Residenz bewohnte – den Italienischen Palast. Bei einem großen Brand 1926 war die opulente Einrichtung unwiderruflich verloren. Heute werden seine Räumlichkeiten von Ingenieursinstitut der Seekriegsflotte eingenommen. Mehrere Objekte in Kronstadt tragen den Namen des Stadtgründers. Das ist der Petershafen, an dem man eine Kanone aus dem 19. Jahrhundert und Anker von Motorbooten sehen kann, die an der Petershofer Landung 1941 beteiligt waren; der Petrowski-Park im holländischen Stil mit einem Denkmal des Kaisers und mit Werkzeugen aus seiner Epoche; Der Petrowski-Dok ist eine der ältesten hydrotechnischen Anlagen in der Stadt.
Mit Kronstadt war das Leben des russischen Erfinders Popow verbunden, der hier das Radio erfunden hatte. Als Andenken daran ist in der Tulonskaja Allee ein Stein aufgestellt und in der Makarowskaja Straße liegt ein memoriales Museum mit dem Kabinett des Wissenschaftlers und einem davor stehenden Denkmal. Es gibt auch amüsante Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel den Baum aus Gusseisen in der Marxstraße. Damit einTraum in Erfüllung geht, muss man eine Münze in das darauf hängende Eulennest werfen und dreimal im Uhrzeigersinn um den Baum herumgehen. Daneben steht die Skulptur eines kleinen Rehs. Man sagt, um den Traumerfüllungseffekt zu festigen, hilft es, sich zusätzlich darauf zu setzen.