Das Nowodewitschi-Kloster oder Neujungfrauenkloster wurde vom Moskauer Großfürsten Wassili III. im 16. Jahrhundert zu Ehren der Smolensker Ikone der Gottesmutter „Odigitrija“ gegründet. Dieses orthodoxe Frauenkloster liegt in einem erstaunlich stillen und schönen Ort am Moskwa-Ufer. Eine lange Zeit diente das Nowodewitschi-Kloster als eine Art Gefängnis für Zarenfamilienangehörige. Hier wurde Boris Godunow zum Zaren berufen. Hierher zwang Peter I. seine Schwester Sofja, die Urheberin des gescheiterten Strelizenaufstands. Es gibt eine Legende, dass der Naprudnaja Turm, in dem die arme Zarentochter eingesperrt wurde, die Wünsche in Erfüllung bringt. Dafür muss man einfach die weißsteinerne Turmmauer berühren.
Das Nowodewitschi-Kloster erinnert in der Tat an eine Festung mit hohen Mauern und 12 Türmen mit Gewehrscharten und zierlichen Kronen. Dank der unikalen Aufrechterhaltung des architektonischen Ensembles des Nowodewitschi-Klosters im Stil des Moskauer Barocks wurde es in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Beim Kloster gibt es auch den bekannten Nowodewitschi-Friedhof, der in den „alten“ und den „neuen“ mit einer hohen Mauer getrennt ist. Der neue Friedhof entstand hier in den Jahren 1898-1904 und wurde zum zweiten Ehrenplatz für das Beisetzen nach der Kremlmauer. Hier liegen die Vertreter der angesehenen Familien: Fürsten Wolkonskis, der Schriftsteller Michail Sagoskin, Anton Tschechow, Nikolaj Gogol, der Maler Isaak Lewitan, die Schauspielerin Ljubow Orlowa und die Staatsfunktionäre Nikita Chruschtschow und Boris Jeltsin. Um das Nowodewitschi-Kloster herum schweifen dutzende Legenden. Eine davon erzählt über Gespenster. Man erzählt, dass man am großen Teich neben dem Kloster körperlose Seelen von zwangsweise zu Nonnen geweihten Frauen, sowie von hier vom Peter I. hingerichteten Strelizen sehen kann.