Das ungewöhnliche Lepra-Museum liegt etwa fünf Kilometer vom Stadtzentrum Münsters in der Gegend Kinderhaus. Das ist weit entfernt von den üblichen Touristenrouten, aber steht in vollem Einklang mit der historischen Wahrheit. im Jahre 1332 befand sich hier die Lepra-Kolonie Münsters. Eigentlich bedeutet Kinderhaus "Haus der armen Kinder des Herrn" - wie im Mittelalter von der Krankheit betroffene Menschen genannt wurden.
Im Mittelalter war Lepra in Mitteleuropa sehr weit verbreitet, und solche Einrichtungen gab es in fast allen großen Städten. Nur in den deutschsprachigen Ländern gab es mehr als tausend derartige Institutionen! Das Lepra- Museum, das vor etwa 30 Jahren eröffnet wurde, erzählt die Geschichte dieser schrecklichen Krankheit, der Verhältnisse der Gesellschaft zu dieser Krankheit, die alten und modernen Methoden der Behandlung, sowie von dem Leben der Kranken in alten Zeiten. Ein separates Thema ist das Abbild der Krankheit in der Kunst. Die Heilung der Aussätzigen von Jesus war eine beliebte Geschichte der mittelalterlichen Malerei. Darüber hinaus war es üblich einige der Heiligen als Aussätzige darzustellen. Es ist bemerkenswert, dass in früheren Bildern die Krankheit einen schematischen Ausdruck hatte. Aber seit 15. Jahrhundert wurden die Symptome der Krankheit realistischer dargestellt.