Das Smolny Kloster war nicht nur ein Institut für gediegene junge Damen, das später zum zentralen Vorbereitungsort der Oktoberrevolution geworden ist, sondern auch eine Kathedrale innerhalb einer gleichnamigen Anlage. Ihre Geschichte begann 1744, als auf Erlass der Kaiserin Elisabeth Petrowna ein Frauenkloster am Smolny Dvor (Hof) gestiftet wurde. Es war geplant, eine Kirche und ein Institut für junge Frauen adeliger Abstammung zu dazu zu bauen. Nach einem Projekt Rastrellis wurde das weiß-blaue Kloster mit fünf Kuppeln im Stil des prächtigen elisabethanischen Barocks erbaut, dessen Bau aufgrund von mangelnder Finanzierung beinahe ein ganzes Jahrhundert andauerte.
1764 stiftete Katharina II. eine Lehranstalt für junge Frauen aus adeligen Familien am Smolny Kloster, wofür ein neues Gebäude hermusste. Die Klosterräume erwiesen sich jedoch als ungeeignet für Klassen und auch die Nonnen waren eher wenig pädagogisch veranlagt, sodass das Smolny Kloster aufgelöst werden musste. Das Institut südlich des Klosters wurde 1806 nach einem Entwurf Quarenghis gebaut. Nach 111 Jahren, kurz vor der Revolution, zog das Institut nach Nowotscherkassk um und Smolny wurde zum Mittelpunkt der Oktoberrevolution. Hier hatte sich der Petrograder Rat der Arbeiter- und der Soldatendeputierten eingerichtet, im Oktober 1917 kam Lenin nach Smolny. Von hier aus leitete er den Umsturz. In demselben Jahr 1917 empfing Smolny die russlandweite Versammlung der Sowjets, auf der das Dekret zum Frieden und zu den Ländereien unterzeichnet worden ist. 1931 wurde das Kloster geschlossen und enteignet. Zwischen 1990 und 2015 wurden seine Räumlichkeiten für Konzerte und Ausstellungen genutzt, 2011 hat hier der erste Gottesdienst seit 1917 stattgefunden. Heute ist das Gebäude des Smolny Klosters für die soziologische Fakultät der Universität St. Petersburg im Einsatz und das Smolny Institut dient dem Gouverneur von St. Petersburg als Residenz.