Der Kirow-Fußgängerprospekt ist die zentrale Straße von Saratow, eine der ersten Fußgängerstraßen des modernen Russlands. Zuerst hieß diese Straße Nemezkaja, (d. h. deutsche), dann Skobelew-Straße, (zu Ehren des russischen Generals Skobelew), später Republik-Straße und erst dann Kirow-Straße, nach dem russischen Revolutionär Kirow. Die Stadteinwohner liebten diese Straße schon immer und nennen sie Newski-Prospekt von Saratow.
Die Geschichte des Kirow-Prospekts fing im 19. Jahrhundert an, als hier noch Brachland war und daneben Häuschen der deutschen Kolonisten und gefangenen Franzosen, die sich hier nach dem Krieg 1812 niedergelassen hatten, standen. Die erste Kirche in dieser Straße war eine katholische Kirche. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden in der Straße zahlreiche Privat- und Mietshäuser gebaut, die bis heute Schmuckstücke der Stadt Saratow sind. Im Haus Nr. 1 befindet sich das Saratower staatliche Konservatorium. Gleich hinter ihm reihen sich mehrere denkmalgeschützte Häuser: Häuser von Samotkin, Erfurt, Druzhinin. Sie wurden alle Mitte des 19. — Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Im Samotkin-Haus fand 1903 die erste in Saratow Filmvorführung statt. Insgesamt fünfzehn Häuser auf dem Kirow-Prospekt haben den Status eines architektonischen Denkmals. Dazu gehört auch das Hotel Astoria, (Haus Nr. 34), ein Wahrzeichen von Saratow.Auf dem Kirow-Prospekt gibt es zwei interessante Denkmäler. Sie entstanden hier erst vor kurzen und haben beide eine Beziehung zur Musik. Das erste Denkmal ist einem weiteren Wahrzeichen von Saratow, der Saratower Ziehharmonika gewidmet. Es wurde hier 2009 aufgesetzt: ein bronzener Harmonikaspieler sitzt auf der Bank unter einer Laterne. Zu gewissen Zeiten erklingt hier die Musik, selbstverständlich von der Saratower Ziehharmonika gespielt. Die Saratower Harmonika ist in Russland seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Ihre Besonderheiten sind die so genannten Glöckchen, sowie ihr kraftvoller Klang und eine besondere Klangfarbe.Das zweite Denkmal steht gegenüber dem Haus Nr. 35. Dieses Denkmal — die Figur eines jungen Mannes mit einem Blumenstrauß, der unter der Stadtuhr auf sein Mädchen wartet — wurde vom bekannten sowjetischen Lied: «Es gibt so viele goldene Lichter in der Straßen von Saratow», inspiriert. Diese Melodie ertönt jede Viertelstunde. Dieses Denkmal ist ein beliebter Treffpunkt für Verliebte, Mädchen lassen sich gerne mit dem bronzenen Kavalier abbilden.