Das Martha-Maria-Kloster der Barmherzigkeit für Frauen wurde im Jahre 1909 von der verwitweten Großfürstin Elisabeth von Hessen-Darmstadt gegründet. Sie wählte dafür einen Ort an der Großen Ordynka. Später entstand daneben eine Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kathedrale. Die Nonnen beschäftigten sich mit der Wohltätigkeits- und medizinischen Arbeit, eröffneten ein Krankenhaus, eine Apotheke, ein Pflegeheim und eine kostenlose Speisegaststätte. An die Außenmauer des Klosters brachten die Nonnen einen Briefkasten an, in den jeder einen Zettel mit Bitte um Hilfe einwerfen konnte. Im Laufe eines Jahres bekamen die Nonnen über 12.000 solcher Bitten. Im Jahre 1918 wurde Elisabeth verhaftet und das Kloster geschlossen.
Die Wiederbelebung des Martha-Maria-Klosters begann erst in den 1990-er Jahren. Heute gibt es im Kloster das Waisenhaus für Mädchen, eine kostenloste Speisegaststätte, ein Gedenkmuseum der Großfürstin und einen mobilen Palliativ Care Dienst für Kinder. Jeder, der selbst einmal im Martha-Maria-Kloster war, bemerkt die ungewöhnliche Stille, die sich innerhalb der Klostermauern beinahe kristallisiert. Dieser mit Gebeten aufgefüllte Ort ist im Sommer besonders malerisch, wenn der Nonnengarten zu blühen beginnt, der Springbrunnen plätschert und Vögel singen. Jeden Tag werden für alle Interessenten kleine Rundführungen veranstaltet, bei denen man auch die Hauptkirche, sowie die Räumlichkeiten der Großfürstin Elisabeth von Hessen-Darmstadt besichtigen kann. Hier kann man ihre persönlichen Gegenstände sehen, ihre Briefe, Bücher, Fotos. In der Hauptkirche – der Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kathedrale, die nach dem Projekt des bekannten Architekten vom Anfang des 20. Jahrhundert Alexander Schtschusew erbaut wurde, blieb noch die Bemalung von Michail Nesterow und Pawel Korin erhalten. Ungeachtet, dass es seit der Gründung des Klosters schon über 100 Jahre her sind, herrscht hier immer noch die Atmosphäre der Seligkeit und Ruhe.