In den 1880er Jahren wurde plötzlich der Karamsin-Square von Uljanowsk im Westen berühmt: die an der Wolga reisenden, amerikanischen Biologen entdeckten unter den Squarebäumen eine seltene Holzbirne, die in den USA unbekannt war. In den Reisenotizen wurde der Baum erwähnt, danach baten die Gärtner aus den USA und Westeuropa, die Stecklinge aus dem Karamsin-Square von Simbirsk zu senden.
Der Square wurde 1866 um das Denkmal dem Reformer der russischen Sprache, dem Einheimischen von Simbirsk, Nikolaj Karamsin, herum angelegt. Der Square war damals sehr nötig: ein starker Brand im Jahr 1864 vernichtete viele Grünanlagen der Stadt und die Einwohner träumten von neuen Gärten und Parks. Heutzutage gibt es im Square über dreihundert Bäume und Büsche, die Hälfte davon sind Flieder, die Karamsin sehr gern hatte. Im Square gibt es Bänke, im Mai und Juni ist hier alles voll: man kommt, um blühende Flieder zu bewundern. Das Karamsin-Denkmal scheint für diejenigen, die es zum ersten Mal sehen, merkwürdig. Auf dem Granitpostament steht nicht der Literat selbst, sondern eine Frauenfigur. Deswegen nannte man zuerst das Denkmal im Volksmunde „Gusseisenweib“. In Wirklichkeit ist es Klio, die Muse der Geschichte, Karamsin war nämlich nicht nur Schriftsteller, sondern auch Historiker und Wanderer. In einer Hand hält die Figur eine Trompete, um Russland zu rühmen, die andere liegt auf der „Geschichte des Russischen Staates“, dem Hauptwerk von Karamsin. Die Karamsin-Büste ist in der Nische des Postamentes aufgestellt.