Die Kirche, wo das Dekabristen-Museum untergebracht ist, gehört zu den wenigen gut erhaltenen Holzbauten in Tschita. Ihre Geschichte geht auf das Jahr 1776 zurück, als sie an der Stelle des ehemaligen Ostrogs gebaut wurde. Die Stadteinwohner hatten das Geld für ihren Aufbau gespendet. Heutzutage ist die kleine Kirche von allen Seiten mit Wohnhäusern umgeben.
Diese Kirche ist dadurch berühmt, dass sie von den Dekabristen besucht wurde. Dekabristen waren Regierungsgegner in Russland, die im Dezember 1825 einen Aufstand auf dem Sankt Petersburger Senatsplatz versucht hatten. Viele wurden verurteilt und 1827 nach Tschita verbannt. Sie alle zusammen mit den Ehegattinnen besuchten die alte Holzkirche. In dieser Kirche ließ sich der Dekabrist Iwan Annenkow mit der französischen Modistin Pauline Geuble trauen, die er im Sommer 1825 kennengelernt hatte. Paulina, die kein Wort Russisch konnte, brauchte drei Monate, um in Tschita anzukommen, nachdem sie vom Zaren Nikolaus I. die Erlaubnis bekommen hatte, ihrem zukünftigen Gatten nach Sibirien zu folgen. Heutzutage befindet sich in dieser Kirche das Dekabristen-Museum, wo man erfahren kann, wie die Dekabristen in Tschita lebten, womit sie sich beschäftigten. Im Grunde genommen erzählt die Ausstellung wie die Dekabristen Aufklärung und Kultur in diese Region gebracht hatten und damit ihre Entwicklung vorangetrieben hatten. Nach der Revolution 1917 wurde die Kirche eine lange Zeit vernachlässigt. Erst 1985 wurde sie restauriert, der Anlass dazu war der 160. Jahrestag des Dekabristenaufstandes.