Im Jahr 1991 eröffnete sich an der Stelle des ehemaligen Hüttenwerks in Duisburg eine ungewöhnliche Landschaftspark Duisburg-Nord. Es ist nun eine der beliebtesten Urlaubsziele für die Bewohner und Touristen. Die Fabrik wurde im Jahr 1985 stillgelegt, nachdem die Stadt ein Industriegebiet von fast 200 Hektar geerbt hatte. Merkwürdigerweise traten gegen den Abriss der verlassenen Fabrik vor allem die Umweltaktivisten auf. Sie nahmen die Initiative in der Anlage einen Park zu öffnen, aber nicht einen üblichen - mit grünen Rasen, Blumenbeeten und Springbrunnen, sondern verwendeten sie als Basis die bereits verfügbare Industrielandschaft.
Die Grundidee des Entwurfes war die Landschaftsarchitektur herauszuarbeiten und zwischen ihr und einer neuen Nutzung einen Kontrast aufzuspannen: existierende Bauwerke sollten erhalten, für den Park genutzt und den Menschen nähergebracht werden. Im ehemaligen Gasometer ist jetzt ein Tauchzentrum, wo Taucher nach unten absteigen und unter künstlichen Korallenriffen schwimmen, gelegentlich auf den Trümmern von Schiffen, Autos und Flugzeugen stoßen. An die Stelle des alten Kraftwerks sind die Auftritte von zeitgenössischen Künstlern und Musik-Konzerte, die Tausende von Menschen sammeln. Die Stahlfabrik ist in ein Unterhaltungszentrum umgewandelt, und wo vorher Metall geschnitten wurde, arbeitet nun das Open-Air-Theater. Die Betonwände werden von den Liebhabern des Kletterns und Parkour gewählt, und der ehemaligen Hochofen №5 wurde zur Aussichtsplattform, die einen herrlichen Blick auf Duisburg und die Umgebung bietet. Jedes Jahr wird der Park von etwa 500 Tausend Menschen besucht.