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Neuss: die älteste deutsche Stadt und die Hauptstadt der Schützen

Neuss liegt im Schatten von Düsseldorf; nur 5 km trennen diese Städte. Allerdings sollte man diese Stadt nicht unterschätzen. Die Geschichte von Neuss begann vor mehr als zweitausend Jahren. Seit dem Mittelalter kommen Pilger hierher um die Reliquien des christlichen Märtyrers St. Quirin zu sehen. Und jedes Jahr im August sammeln sich hier mehr als eine Million Zuschauer zum Schützenfest. Dieses Fest ist bekannt für bunte Outfits und das Turnier um den Titel des Königs der Schützen.

Neuss entstand auf dem Gelände des römischen Lagers, das hier 16. vor Chr. erschien. Die um es herum gewachsene Siedlung, Novaesium, zählt zu den drei ältesten Siedlungen in Deutschland. Im Jahre 1050 wurden hier aus Rom die Reliquien des heiligen Quirinus gebracht, die Wundermittel gegen viele Krankheiten hatten. Im Jahre 1209 wurde der erste Stein der Basilika von St. Quirinus (Quirinus-Münster) gelegt - vielleicht die älteste christliche Kirche in der Region. Dessen Bau verwandelte Neuss in eine die wichtigsten Pilgerstädte im Rheintal. Das Schattenbild der Basilika wurde als Symbol der Stadt anerkannt.

Vom 12. bis zum13. Jahrhundert wurde Neuss von einer Festungsmauer umgeben, von der nur das Obertor erhalten geblieben ist, wo jetzt eine Kunstgalerie ist, und der so genannte Blutturm - ein ehemaliges Gefängnis. Im Jahr 1474 wurde die Stadt von Herzog von Burgund Karl der Kühnen belagert. Die Belagerung dauerte ein Jahr und endete vergeblich. Als Belohnung gewährte der Kaiser Friedrich der III der Stadt das Recht auf ihre eigenen Münzen und brachte sie in die Hanse. Den Krieg überlebt, ist Neuss fast dem Feuer zum Opfer gefallen: 1586 wurde fast die ganze Stadt niedergebrannt. Danach verlor sie ihre Bedeutung als Handelszentrum. Ende des 18. Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Neuss zuerst zu Frankreich, dann zu Preußen. Am Ende des 19. Jahrhunderts begann hier dank der Erweiterung des Flusshafens die schnelle Entwicklung von Industrie und Handel. Jetzt ist der Neusser Hafen einer der größten Flusshäfen in Deutschland. 

Das schönste alte Gebäude in Neuss ist die Taverne "Em Schwatte Päd" aus der Renaissancezeit, aus Ziegeln gebaut. Vielleicht wurden hier damals viele Rezepte für traditionelle Rheinland Suppen erfunden. Wenn man die Stadt besucht, sollte man Suppen auf der Speisekarte suchen und sie genießen, wie es hier üblich ist. Die beliebteste Suppe ist Schnippel Bohnensuppe mit Rippen, gehackten grünen Bohnen, Kartoffeln und Mettwurst aus leicht geräuchertem magerem Schweinefleisch und Hackfleisch mit Gewürzen. Ein weiteres örtliches Gericht ist Kartoffelsuppe in verschiedenen Variationen, wie Kohlrabi, Karotten, Lauch. Zum Frühstück können Sie gebraten Pfannkuchen geriebenen Kartoffeln mit Apfelmus (Reibekuchen mit Apfelmus) bestellen. Mit Äpfeln wird ein klassisches Dessert des Rheingebietes zubereitet- Riemchen Kuchen, mit einem Netz aus Teig bedeckt. Die Fans von Fleischgerichten sollten den Rheinischen Sauerbraten verkosten. Früher wurde dieses Braten aus Pferdefleisch zubereitet, aber jetzt fast immer aus Rindfleisch. Das Fleisch für den Braten wird ein paar Tage in Rotwein, Essig mit Rosinen, Wacholderbeeren und Gewürzen mariniert und mit einer dunklen Soße aus Rosinen und kleinen Knödeln oder Rotkohl serviert.

Das Interesse in Neuss erweckt das Vogthaus, das im Jahre 1597 errichtet wurde und für mehr als 200 Jahre als Residenz des kurfürstlichen Vogtes diente. Im 20. Jahrhundert diente es als Bank, und jetzt gibt es hier ein Restaurant. An der Fassade ist ein Glockenspiel mit Figuren von Schützen installiert, man kann ihre Schlacht um 11, 15 und 17 Uhr hören. Als Kulturzentrum der Stadt gilt das Zeughaus. Von 1637 bis 1802 besetzte das Gebäude das Franziskanerkloster. Und dann wurde die Stadtverwaltung im Zeughaus untergebracht. Im Jahr 1923 wurde es rekonstruiert und in ein Kulturzentrum mit Theater, einer Konzerthalle und einer Galerie verwandelt. Wenn Sie im Pavillon "Fossa sanguinis" auf dem Gepaplatz sind, dann können Sie den antiken Steinkeller suchen, der im Jahr 1956 hier entdeckt wurde. Einer Theorie nach, war er ein beliebtes Heiligtum der Phrygischen Göttin Kybele, die in Kleinasien und im antiken Rom bekannt war. Man konnte im Tempel einen Stier als Sündopfer bringen.

Wenn Sie mit Kindern reisen, sehen Sie sich den Bauernhof am Stadtrand von Neuss (Kinderbauernhof in Selikum) an. Er wurde 1978 eröffnet, um städtischen Kindern das Dorfleben zu zeigen. Es riecht nach Heu, man kann mit Ziegen, Schafen und Pferden spielen, den Hühnern und Perlhühnern hinterherlaufen. Der Unterhaltungsort für Erwachsene befindet sich direkt hinter dem Hauptbahnhof der Stadt. Der ehemalige Bahnhof "Gare Du Neuss" wurde in einen Konzertsaal und Café verwandelt, und am Samstag findet hier ein großer Flohmarkt statt.

Am letzten Freitag im August beginnt in Neuss das Hauptfest der Stadt – das Neusser Bürger-Schützenfest mit über 6000 Schützen und Tausenden von Musikern. Im Jahre 1415 wurde in Neuss die erste Brüderschaft der Schützen organisiert. Ihre Aufgabe war es, die Bürger schießen zu lehren, um die Stadt im Falle eines Angriffs zu verteidigen. In jenen Tagen gab es eine Festkultur von Wettkampfschützen. Das erste Schützenfest fand im Jahr 1823 statt. Und seither finden jährlich Paraden statt. Innerhalb von fünf Tagen wandern durch die Stadt Schützenvereine in historischen Kostümen. Die bunteste Veranstaltung des Festes - eine Prozession mit 70 riesigen Fackeln am Samstagabend und eine Parade mit der Teilnahme des Königs der Schützen in der Innenstadt am Sonntag. Vor Ende des Festes wurde der Gewinner des Schützenturniers zum neuen König erklärt.

In den letzten 165 Jahren wurde in Neuss ein Frühlings-Karneval veranstaltet, dessen Höhepunkt der Kappessonntagszug ist. Die Fans der hohen Kunst sollten die Aufmerksamkeit auf das Shakespeare Festival richten. Seit 1990 findet es jedes Jahr im Juni im russischen Theater "Globus" statt - eine exakte Kopie des berühmten britischen Theaters. Seit 1983 werden in Neuss die Internationalen Tanzwochen organisiert. Erwachsene und Kinder, Liebhaber der Antike und Feste, Theaterbesucher und Fans der lokalen kulinarischen Traditionen - in Neuss sind alle willkommen!

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