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Bonn - Hauptstadt-Dorf

Bonn war für mehr als vierzig Jahre die Hauptstadt der BRD, und beherbergt immer noch mehrere Ministerien und die Büros der Vereinten Nationen. Die Stadt gilt bis heute als eines der politischen Zentren des Landes, aber auch in seinem alten Regierungsviertel ist die Atmosphäre entspannend und ein wenig provinziell. Deshalb wird Bonn scherzhaft das Hauptstadt-Dorf genannt. Heute kommt man hierher, um in einem traditionellen Bierlokal Bier zu trinken, sich auf der grünen Wiese vor der Universität Bonn zu entspannen, die zu den hundert besten Universitäten der Welt zählt. Und schließlich, kann man einen Spaziergang durch den belebten Marktplatz machen und Gummibärchen von Haribo probieren, die in Bonn erfunden wurden.

Die Geschichte von Bonn begann vor zweitausend Jahren. Damals hatten die römischen Legionäre auf dem Gelände des historischen Zentrums ein befestigtes Lager aufgebaut . Seinen Namen - Julia Bonn (Iulia Bonna) - haben sie aus von dem germanischen Stamm ausgeliehen. Im Laufe der Zeit ist dieser Ort zu einer Festung gewachsen, durch die sich eine Straße von Köln nach Mainz erstreckte, die eine wichtige militärische und wirtschaftliche Bedeutung hatte. Mit der Ankunft der Franken hat sich die Siedlung Julia Bona in die Stadt Bonnburg verwandelt. 

Im 11. Jahrhundert begann der Bau des wichtigsten katholischen Heiligtums - der Basilika St. Martin. Die Kathedrale wurde auf dem Gelände des Todes der Märtyrers Cassius und Florenz, dem Schutzherren von Bonn, errichtet. Die Basilika selbst, wurde auf dem mittelalterlichen Wappen abgebildet. Kunstkenner können im architektonischen Erscheinungsbild der Kathedrale eine Vielzahl von Stilrichtungen finden - von der Romanik bis hin zur Gotik. Der Tempel ist das Hauptwahrzeichen der Stadt.

 Bonn hat auch andere Symbole, wie den beliebten Komponisten Ludwig van Beethoven. Er wurde in einem alten dreistöckigen Haus im Zentrum von Bonn geboren und lebte 22 Jahre lang hier. Im Jahre 1889 wurde innerhalb der Wände seines Wohnhauses ein Museum eröffnet. Es umfasst die weltweit größte Sammlung, die dem Leben und den Werken von Beethoven gewidmet ist. Zu den legendären Gegenständen zählen die Uhr, die der Legende nach, zum Zeitpunkt des Todes des Komponisten stehengeblieben ist, seine Totenmaske, ein Klavierauszug und seine Ohrtrompete. Es gibt hier auch die berühmten "Notizhefte", mit deren Hilfe der taube Beethoven mit Freunden kommunizierte. Von August bis Oktober findet in Bonn jedes Jahr ein Festival der klassischen Musik im Gedenken an den großen Komponisten statt. Mit Bonn ist auch der Name eines anderen berühmten Komponisten verbunden - Robert Schumann. Im Jahre 1854 wurde er in eine private psychiatrische Klinik von Dr. Richartz nach einem Selbstmordversuch eingewiesen. Heute ist im ehemaligen Krankenhaus ein Schumannhaus eröffnet, wo es eine kleine Sammlung seiner persönlichen Gegenstände gibt.

Bonn ist in der ganzen Welt auch mit ihrer Universität bekannt, die im Jahre 1818 gegründet wurde. An der Universität haben viele Persönlichkeiten studiert: die Söhne des Königs von Preußen, der Ehemann der Königin Victoria Prinz Albert, dafür wurde die Schule "Universität der Prinzen" genannt. Auch haben hier Heinrich Heine, Friedrich Nietzsche und Karl Marx studiert. Und unter den Lehrern zeichnete sich Joseph Ratzinger, bekannt auch als Papst Benedikt der 16, aus. Aufgrund der Universität hat Bonn sieben Nobelpreisträger und die Universität zählt zu den hundert besten Universitäten der Welt. Heute besitzt die Universität 350 Gebäude, die rund um Bonn und seine Umgebung verstreut sind!

 Die Bürger wollen Spaß haben. Wann immer man die Stadt besucht, kann man sicher den Karneval sehen. Als eines der lebhaftesten und unvergesslichen Ereignisse gilt der lokale Karneval (Bonner Karneval). Die bunte Show beginnt am 11. November und dauert mit Unterbrechungen bis Mitte Februar. Kein Wunder, dass Bonn als Hauptstadt der "fünften Jahreszeit" bekannt ist, so wie die Karnevalssession in Deutschland genannt wird. Im Juli kommen nach Bonn Tausende von Bierbrauern und Fans der Malzgetränke auf das traditionelle Bierfest "Bierbörse" und noch vor Weihnachten wird auf dem Marktplatz eine festliche Messe vereinbart.

Eine weitere Attraktion in Bonn ist das lokale Bier-Bönnsch. Es ist eine Art des Kölner Biers, aber mit Zusatz von mehr Hopfen. Es ist besser, dieses Bier in einem Restaurant neben dem lokalen Bräuhaus zu probieren, wo die Besucher durch die Glaswand den gesamten Prozess der Herstellung des berauschenden Getränks sehen können. Das Bönnsch wird in speziellen Markengläser mit Vertiefungen für die Finger serviert. Und dazu passt ein lokalesWahrzeichen- knusprige Kartoffelpuffer (Reibekuchen) mit gebratenem Schweinefleisch in Biersoße. Freunde der Meeresgerichte werden einen ungewöhnlichen Heringssalat lieben - wo Rüben, Kartoffeln, Salzgurken, Zwiebeln und Essig und eine Mischung mit Kreuzkümmel und Kapern hinzugegeben werden.

Zum Nachtisch ist es am besten die Goldbären der weltberühmten Haribo Fabrik zu verkosten. Die ersten Kaubonbons erschienen in Bonn im Jahre 1920. Die wurden von einem lokalen Konditor namens Hans Riegel erfunden. Er benannte seine kleine Firma nach den ersten beiden Buchstaben seines Namens, und dem Namen seiner Heimatstadt - HARIBO (Hans Riegel, Bonn). Heute werden unter dieser Marke täglich hundert Millionen Gummibärchen in 15 Ländern hergestellt! In Bonn kann man die ruhige Zuversicht der Menschen, ihre Fröhlichkeit und Offenheit gegenüber der Welt fühlen. Das Hauptstadt-Dorf, das an beiden Ufern des Rheins liegt, fasziniert Reisende mit seiner gastfreundlichen Einfachheit und der heimeligen Atmosphäre. Es lohnt sich, es zu besichtigen.

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