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Saransk: die Hauptstadt Mordwiniens und der Springbrunnen

Die Miniaturstadt Saransk ist die Hauptstadt Mordwiniens und eine Stadt mit der fast 400-jährigen Geschichte. Hier fanden einst die rebellischen Don-Kosaken ihre Zuflucht, wurden belebte Jahrmärkte eingerichtet. Heute gilt Saransk als eine der komfortabelsten und gepflegten Städte Russlands mit der neuen Feodor Uschakow-Kathedrale, dem Jahrtausend-Platz und dem größten im Land, Musik- und Lichtspielbrunnen «Mordwiniens Stern». Nebenbei bemerkt, wird Saransk oft die Hauptstadt der Springbrunnen genannt, es gibt hier nicht weniger als ein Dutzend davon! Zudem werden in Saransk die Traditionen der einheimischen finno-ugrischen Völker, Mokscha und Erzja, sorgsam gepflegt, und die Reisenden bewirtet man mit den schmackhaftesten Spezialitäten der mordwinischen Küche, wie dem Zuckerrübendünnbier und den puffigen Hirsepfannkuchen.

1641 wurde am Ufer des Flusses Saranka ein Zuchthaus gebaut. Mit der Zeit entstand an dieser Stelle eine mächtige Festung mit dem Hof des Heerführers, Waffen- und Salzlager. Hier ließen sich in der Regel Kosaken, Kanoniere, Strelitzen, sowie Bauer aus den umliegenden Dörfern nieder: Mokscha, Erzja, Russen und Tataren. Zu unterschiedlicher Zeit wurde Saransk von aufsässigen Don-Kasaken, mit Stepan Rasin oder Jemeljan Pugatschew an ihrer Spitze, erobert und zu ihrem Stützpunkt gemacht. Ende des 18. Jahrhunderts bekam Saransk den Kreisstadtstatus, büßte seine kriegswichtige Bedeutung ein und verwandelte sich in ein Handels- und Handwerkszentrum mit großen Jahr- und Handelsmärkten. Saransk wuchs und gestaltete sich im Laufe des 19. und 20 Jahrhunderts: die Straßen wurden mit Steinhäusern bebaut, Kirchen errichtet, Parks und öffentliche Anlagen angelegt. 1893 verlegte man eine Eisenbahnlinie durch die Stadt, einige große Werke und Fabriken wurden eröffnet. Es wurden unter anderem die Seifen-, Ziegel-, Öl-, sowie Machorkaproduktion in Gang gesetzt. 1934 erschien auf der Karte der Sowjetunion die Republik Mordowien mit der Hauptstadt Saransk.

Heute gilt diese verhältnismäßig kleine Stadt als eine der am besten eingerichteten und sich rasant entwickelnden Städte in Russland. Erst vor kurzem wurde in Saransk die Hauptkathedrale Mordwiniens wiederhergestellt, die dem Admiral Feodor Uschakow geweiht wurde. Es wurde auch der schönste Jahrtausend-Platz mit dem großartigen Springbrunnen «Mordwiniens Stern» gestaltet und das Museum für Geschichte und Völkerkunde «Mordwinische Herberge» gebaut. Die Stadteinwohner sind übrigens nicht nur auf die Neubauten in Saransk stolz. Nicht weniger beliebt ist auch der Puschkin-Park für Kultur und Erholung, der hier seit 1899 existiert! Hier liegt auch der einzige Zoo in Mordwinien.

2018 empfängt Saransk die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Hauptstadt Mordwiniens ist die kleinste Stadt, in der die Spiele ausgetragen werden! Fußballspiele werden im Stadion «Mordowia Arena» ausgetragen, deren Bau 2017 beendet wurde. Diese Sportstätte liegt am Ufer des Flusses Insar nicht weit vom Zentrum Saransk entfernt und in der unmittelbaren Nähe von dem Flughafen, Eisenbahnhof, Busbahnhof, den Hotels, sowie den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Für solch eine Stadt hat man ein verhältnismäßig großes Stadion gebaut: es kann 45 Tausend Sportfans aufnehmen! Im Rahmen der Weltmeisterschaft finden auf diesem Feld vier Spiele der Gruppenphase statt, die für den 16., 19., 25. und 28. Juni 2018 geplant sind.

Als eine Sehenswürdigkeit von Saransk ist auch die mordwinische Küche zu bezeichnen. Um traditionelle Gerichte nach altertümlichen Rezepturen zu verkosten, lohnt es sich das Freilichtmuseum für Holzbaukunst «Mordwinische Herberge» zu besuchen. Dort kann man eine der Spezialitäten der mordwinischen Küche essen, und zwar puffige Hirsepfannkuchen (Patschat), die sowohl mit zerlassener Butter, als auch mit allen möglichen Füllungen, wie Fleisch oder Quark, serviert werden. Hier kann auch eines der beliebtesten mordwinischen Getränke probiert werden, die Posa, eine Art Dünnbier aus Zuckerrüben mit einer sehr komplizierten alten Rezeptur.

In der Stadt kann man die schmackhaftesten, traditionellen Frikadellen «Bärentatze» aus Schweinefleisch, Leber und Kartoffeln entdecken. Bevor Frikadellen gebraten werden, paniert man diese in dünn geschnittenen Zwiebackstreifen aus Roggenbrot, was dem Fleisch einen besonderen Geschmack verleiht. In den Speisekarten der Gaststätten findet man auch die herkömmliche frische Kohlsuppe mit Hühnerbrühe, die mordwinische Lieblingssuppe. In Mordwinien ist es üblich, zum Dessert einen Kräutertee mit Honig, gebackene Äpfel mit Nüssen und süße kleine Piroggen mit Himbeeren-, Heidelbeeren- und Brombeerenfüllung zu bestellen.

In Saransk werden jährlich Dutzende von interessanten und mannigfaltigen Festspielen durchgeführt. Darunter ist auch das Folklorefestival «Sabantuj», das im Sommer im Dorf Ljambir unweit von Saransk veranstaltet wird. An diesem uralten Fest, das dem Ende der Aussaatzeit gewidmet ist, werden eine Messe mit Nationaltrachten und -schmuck eingerichtet, traditionelle Leckerbissen präsentiert und der spannende Ringkampf auf Gurten «Keresch» veranstaltet. Eine weitere große jährliche Veranstaltung, die in Saransk im Herbst stattfindet, ist das Internationale Jazz-Festival «Wejse-Jazz» des in Russland bekannten Musikers und Saxophonisten Igor Butman. Interessant ist auch das urwüchsige frühjährliche Allrussische Festival der mordwinischen Lieder «Od wij». Ein gewisses etwas dieser Festspiele bilden bekannte Pop-Lieder, die in der mordwinischen Sprache gesungen werden. Im Sommer, am 12. Juni, wird in Saransk der Tag der Stadt begangen. Während dieses Festes werden eine Handwerksmesse, Sportwettkämpfe, Konzerte und das traditionelle Feuerwerk organisiert.

Saransk ist eine gastfreundliche und sehr ruhige Stadt. Hier fehlen Menschenmengen und die Hektik. Deshalb kann man sich gemächlicher Spaziergänge am Ufer des Flusses Saranka entlang erfreuen, vergoldete Kuppeln der alten Kirchen bewundern, die Kultur der ugro-finnischen Völker kennenlernen und sogar versuchen, am einheimischen Dampfbad Spaß zu bekommen. Und danach den Aussichtsplatz der Feodor Uschakow-Kathedrale zu erklettern, um den Rundblick des alten Saransk zu genießen.

Wie zu erreichen

In Saransk gibt es einen Flughafen, der 2015 den internationalen Status bekommen hat. Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 wurde hier eine umfangreiche Rekonstruktion durchgeführt. Nach fertiggestellten Umbauarbeiten kann jetzt der Flughafen Saransk, solche Flugzeuge wie Boeing 737-800 oder Airbus A320 empfangen. Unter den Flugverbindungen sind Linienflüge aus Moskau (ca. 1 Stunde), Sankt-Petersburg (2 Stunden), Samara und Kasan die meist genutzten. Nach Saransk kann man auch mit einem Zug kommen. Aus Moskau fährt täglich nach Saransk der Firmenzug «Mordowija». Die Fahrtzeit beträgt 9,5 Stunden. Es gibt auch Eisenbahnverbindungen nach Kasan, Ekaterinburg, Nishnij Novgorod, Pensa und Astrachan.

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