Im Jahr 1889 wurde Wladiwostok offiziell zur Festung benannt und zugleich wurde in der Stadt mit dem großen Bau der Verteidigungsanlagen begonnen, der mehr als ein Jahrzehnt dauerte. Die gesamten Baukosten zu jener Zeit waren enorm: - 98 Milliarden Goldrubel! Innerhalb von 15 Jahren ist es den russischen Militäringenieuren und Soldaten gelungen, Hunderte von Kilometern neuer Straßen zu bauen, einschließlich einem Seilschwebeband, Forts, einem Flughafen und viele einzigartige unterirdische Anlagen, deren Wandstärke bis zu vier Metern beträgt!
Nach der Größenordnung vom Bauleiter, dem Oberst Schoschin, mussten die Anlagen der Festung Wladiwostok nicht nur stark sein, sondern auch perfekt von außen ausgeführt werden. In den schönen und leistungsfähigen Anlagen ist die gesammelte Erfahrung der anderen Küstenfestungen eingegangen und daher wurde die Festung Wladiwostok oft als das Wunder des Ingenieurdenkens bezeichnet. Heute kann jeder die in der Stadt und ihrer Umgebung verstreuten Forts, Stabsunterkünfte, in und um der Stadt befindliche Personal-Viertel und Festungen, Bunker und Kasematten besichtigen. Das Museum «Festung Wladiwostok» auf dem «Besymjannaja Sopka», («Namenloser Hügel»), bietet eine umfangreiche Sammlung militärischer Ausrüstung und erzählt über die Militärgeschichte der Stadt. In der Festung kann man unter anderem das Anheben der Kaiser-Flagge besichtigen, was nur in den Forts und auf den Schiffen des ersten Ranges erlaubt ist. Jeden Tag während des Abzugs der Wachen erklingt ein Mittagsschuß. Diese Tradition blieb nur in drei russischen Marinenzitadellen bzw. in St. Petersburg, Kaliningrad und Wladiwostok erhalten.