Der Katharinenpalast wird als ein Denkmal der Geduld des russischen Volkes bezeichnet: Die letzten 70 Jahre ist darin eine Restauration im Gange, obwohl die meisten Räumlichkeiten, unter anderem auch das wiederaufgebaute Bernsteinzimmer, bereits für Besichtigungen verfügbar sind. Der Palast, ein Werk Rastrellis, ist 1756 erbaut worden. Prächtig geschmückt, sowohl innen als auch außen, erstreckt er sich über 306 Meter.
An dieser Stelle stand seit 1717 die Sommerresidenz von Katharina I.. Um dem Palast ein feierliches Aussehen zu verleihen, verzierte Rastrelli die Fassade, die in Weiß-, Blau- und Goldtönen gehalten ist, mit Stuck, Säulen und Atlantenfiguren. Im zweiten Stockwerk errichtete der Architekt mehrere, mit Gold verzierte Empfangssäle, die zusammen die goldene Enfilade bilden. Einzelne Räume wurden dem britischen Architekten Charles Cameron in Auftrag gegeben. So entstand der feierliche Arabesken-Saal mit Wandgemälden, die Männer und Frauen in römischen Togas darstellen, das Lyoner Gästezimmer, der China-Saal und noch ein Dutzend von weiteren Räumen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Palast sehr stark beschädigt, (über die Hälfte seiner Inneneinrichtung war zerstört), die Restauration einiger Säle dauert immer noch an.
Die bekannteste Räumlichkeit des Katharinenpalasts ist das wiederaufgebaute Bernsteinzimmer. Mehrere in Preußen angefertigte Bernsteintafeln gelangten nach Russland und bildeten somit die Grundlage für seine Einrichtung. Drei Wände waren durch zusätzliche Bernsteinplatten, vergoldete Holzschnitzereien, sowie Mosaikbilder aus Agat und Jaspis verziert. In den Kriegsjahren wurde das alles geplündert und von den deutschen Besatzungsmächten ausgeführt. Erst 2000 kamen einige Originalfragmente des Bernsteinzimmers nach Russland zurück. Zum 300-jährigen Jubiläum St. Petersburgs wurde der Saal, dessen Wiederaufbau mehr als sechs Tonnen Bernstein erforderte, Besuchern zugänglich gemacht.