Der Kurpark in Jessentuki ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Er wurde am Stadtrand in einer morastigen Gegend angelegt, wo die Quellen sprudelten, um im kleinen Flüsschen Kisluscha zusammenzufließen. Dieser Ort heißt Pferde-Quelle, weil Kosaken ihre Pferde zu dieser Wasserstelle brachten. Anfang des 19. Jahrhundert haben Ärzte aus Sankt Petersburg Wasserproben genommen und außerordentliche heilende Eigenschaften dieses Wassers festgestellt. Zwanzig Quellen wurden entdeckt, die mit laufenden Nummern versehen wurden. Ab 1847 begann auf Befehl des Vizeregenten im Kaukasus Michail Woronzow der Ausbau des Kurortparks.
Den Kurpark in Jessentuki zieren Rondelle, Grotten und Parkfiguren. Im Park wurden mehrere Spazierwege angelegt, welche die Mineralquellen miteinander verbinden. Jede Quelle ist originell gestaltet, aber nicht alle davon funktionieren. Nicht weit vom Parkeingang befindet sich die aus Sandstein im mauretanischen Stil gebaute Galerie der Quelle Nr. 17. Von außen ist die Galerie mit einem gusseisernen, von Uraler Meistern gegossenen Pavillon geschmückt. Die Innenausstattung besteht aus Marmorverkleidung, Statuen und Buntglasfenstern. Der berühmte weiße Sommer-Säulengang befindet sich an der Quelle Nr. 4. Heutzutage ist es nur ein Schmuck des Parks. Das Wasser aus der Quelle Nr. 4 kann man sich im danebenstehenden Quellpavillon abfüllen. Außer diesen Quellen wird heute auch das Wasser aus der Quelle Nr. 2 benutzt. Im Park gibt es auch die s. g. Weinenden Grotten: Höhlen, an deren Wänden permanent Wasser ausschwitzt. Auf dem steinernen Gewölbe bilden sich Wassertropfen, die in ein kleines Becken fallen und wie Tränen aussehen.
Eine besondere Aufmerksamkeit im Kurpark gebührt dem Gebäude des mechanisch-therapeutischen Zander-Instituts. Von außen ist es ein mittelalterliches Fachwerkhaus mit traditionellen weißen Wänden, Pfosten und Streben aus Kieferholz, welches im Schiffbau verwendet wird. Im Inneren befindet sich eine erstaunliche Welt alter Sportgeräte aus dem 19. Jahrhundert. Mit einer Eintrittskarte ausgestattet kann man an diesen Sportgeräten, von denen viele über hundert Jahre alt sind, trainieren. Im tiefen Park befindet sich die Badeanstalt des Kaisers Nikolaus II. Sie wurde 1899 für den Besuch des Kaisers errichtet, der übrigens nicht kam. Man kann diese Gebäude mit der Führung besuchen, besser wäre aber sich mit einer ärztlichen Überweisung hier ein Verjüngungs-Mineralwasserbad zu gönnen.