In Sibirien und im Fernen Osten gibt es den Begriff „Saimka“. So pflegte man hier eine kleine, grundsätzlich aus einem freistehenden Anwesen bestehende Siedlung zu bezeichnen. Die Chabarowsker Saimka hat ihre eigene, einzigartige Geschichte. Die 20 Kilometer von Chabarowsk entfernte Saimka wurde 1907 vom Kaufmann Wassili Pljusnin gekauft. Pljusnin stammte aus einer in der Stadt angesehenen Familie, die auch Namensgeberin des hiesigen Flüsschen Pljusninka war. Wassili Pljusnin hat in dieser Saimka ein Waisenhaus gebaut. 1917 hat er hier auch eine landwirtschaftliche Kommune, Urbild von späteren Kolchosen, organisiert.
Zu Sowjetzeiten wurde Pljusnin gezwungen, das Gebäude des Waisenhauses und das Grundstück an die Behörden von Chabarowsk zu übergeben. In der Siedlung wurde ein Erholungsheim für das höhere Führungspersonal des Fernöstlichen Militärbezirks gebaut. Dieser Ort bekam den Namen Malinowski-Datscha, nach einem roten Kommandeur, der sich hier aufhielt. Aber der berühmteste Bewohner dieser Datscha kam 1945 hierher. Nach der Niederlage Japans im zweiten Weltkrieg wurden hier 150 japanische Generäle und der Kaiser des Kaiserstaates Mandschukuo Aisin Gioro Puyi inhaftiert. 1950 ging Puyi nach China zurück. Seitdem nennt der Volksmund diese Datscha Kaiserpalast. Heutzutage befindet sich dort ein Erholungskomplex, der unter den Einwohnern von Chabarowsk sehr beliebt ist.