1992 wurde das Solowezki-Kloster in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Das Kloster wurde durch die Mönche Sawwati, German und Sossima gegründet. Der Legende nach wurde 1436 mit dem Aufbau der ersten Kirche auf der Insel im Weißen Meer angefangen, wo dem Mönch Sossima das Bild einer strahlenden Kathedrale erschien. Heute gehören die Gebeine von Sossima, Sawwatij und German zu den wichtigsten Heiligtümern des Klosters.
Bis heute blieben die gewaltige steinerne Festung aus dem späten 16. Jahrhundert und die 1566 von Nowgoroder Baumeistern errichtete Verklärungskathedrale, (russisch: Spasso-Preobrashenski sobor), mit fünf Kuppeln, erhalten. Die Mauern der Kathedrale sind bis zu vier Metern dick. Die Mauerfüße bestehen aus fünf Meter großen Felsblöcken. Im Inneren der Kathedrale sind teilweise Fresken aus dem späten 18. Jahrhundert erhalten. Interessant ist das Refektorium: die Fläche dieses auf einem Pfeiler stützenden Gemachs steht nur dem Facettenpalast im Moskauer Kreml nach. Das höchste Bauwerk im Kloster ist der 1777 gebaute, 50 Meter hohe, barocke Glockenturm, dessen Helm aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. In den Höfen des Solowezki-Klosters können die Touristen eine steinerne Wassermühle aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, Ikonenmalerwerkstatt, Schneider- und Schusterwerkstätten besichtigen. Das Kloster hatte enge Verbindungen zur Zarenfamilie. Iwan der Schreckliche und Alexander II. spendeten Geld für den Kirchenbau, Mönche belieferten den Zarenhof mit dem hervorragenden Solowki-Hering.1923 wurde das Kloster zum Ort der massenhaften Verbannung der politischen Häftlinge. Hier wurde das Solowezki Sonderlager eingerichtet, das landesweit erste Arbeitslager des GULAG-Systems. Es wurde 1937 geschlossen. In den 1980er Jahren begann die Restaurierung des Klosters, seit 1990 werden in seinen Kathedralen wieder Gottesdienste abgehalten.Die Sehenswürdigkeiten der Solowezki-Insel beschränken sich nicht auf das Kloster. Auf der Insel Bolschoi Sajazki blieb die größte heidnische Kultstätte Nordeuropas erhalten, welche aus Labyrinthen und Grabhügeln besteht. Eines davon, mit einem Durchmesser von 25 Meter, ist das weltweit größte Steinlabyrinth. Noch einen Artefakt stellt das Kanalsystem dar, durch das Mönche im 16. Jahrhundert, Süßwasserseen verbunden hatten. Sie kann man mit Ruder- oder Motorbooten erkunden. Am Kap Belushi kann man mit etwas Glück Weißwale sehen. Nirgendwo in der ganzen Welt kommen sie so nah zur Küste!Anfang Juni findet auf den Solowezki-Inseln ein Gewerbemarkt statt, Meister aus verschiedenen Regionen des Landes treffen sich hier. Im August wird hier das Festival der Barde-Lieder, (Text- und Musikautor singen ihre Lieder selbst), ausgetragen, an dem 200 Musiker teilnehmen. Sogar im Februar ist hier immer was los: die Meisterschaft im Angeln, dem traditionellen Gewerbe der Einheimischen, wird durchgeführt.