Das Haus des Unternehmens „Singer“ am Newski-Prospekt wurde schon vor langer Zeit von der größten Buchhandlung der Stadt eingenommen. Allerdings bleibt es bis heute als das Haus bekannt, das einst einem großen Nähmaschinenhersteller gehört hatte. Das erste Holzhaus an dieser Stelle erschien in der Epoche Peters I. und wurde in ein Theater umgewandelt, das jedoch 1749 abgebrannt war. Fast 30 Jahre später wurde hier ein dreigeschossiges Palais für den Beichtvater Katharinas II. Protoiereus Iwan Panfilow errichtet, danach wurde das Gebäude Beamten übergeben und Mitte des 19. Jahrhunderts – dem Apotheker Karl Imsen, dem Erfinder der „Imsenski-Schokolade“, die angeblich von allen Krankheiten heilen sollte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befanden sich in dem Gebäude bereits mehrere Geschäfte, eine Zeitungsredaktion und ein Fotoatelier.
Das Unternehmen „Singer“ plante, nachdem es das Gebäude mit dem Grundstück zusammen aufgekauft hatte, einen elfgeschossigen Wolkenkratzer an dieser Stelle zu bauen, um ihr eigenes Büro darin einzurichten und Räume zu vermieten. Der Kaiser Nikolaus II. genehmigte den Bau. Aber die Idee, einen Wolkenkratzer zu bauen, wurde nicht umgesetzt: Gebäude, die höher waren, als der Winterpalast, waren nicht zulässig. Das Jugendstil-Haus des Unternehmens „Singer“ hatte letzten Endes sechs Stockwerke mit einem Dachgeschoss erhalten. Beim Bau wurde ein Baugerüst aus Eisen aufgestellt, die Abflussrohre wurden hinter den Mauern versteckt, das Gebäude mit Fahrstühlen der Firma Otis ausgestattet; Auf dem Dach wurde ein automatisches System zur Schneeschmelze mithilfe von Dampf installiert. Für die damalige Zeit waren das alles beachtliche technologische Innovationen. Das Gebäude des Unternehmens „Singer“ ist mit rotem und grauem Granitstein verkleidet, die Wände seines Innenhofs – mit glasierten Ziegelsteinen, die Fassade zieren Skulpturen und Ornamente. Die bemerkenswertesten Figuren sind dabei die Walküren, die auf Rammspornen reiten, und dabei Spindeln und Nähmaschinen in den Händen halten - Symbole der Textilindustrie; Die Harpune symbolisiert dabei den Schiffsbau. Das Gebäude krönt ein eckförmiger Turm mit einem Glasglobus an der Spitze. Die Buchhandlung hatte sich gleich nach der Revolution in diesem Gebäude niedergelassen. Heute nimmt „Dom knigi“ zwei Stockwerke in Anspruch.