Die Burg Ragnit ist der Nachfolger einer gleichnamigen hölzernen preußischen Festung, die von Angehörigen des Deutschen Ordens verbrannt wurde. Sie befindet sich in der Stadt Neman, die 120 km von Kailingrad entfernt liegt. Bekanntlich baute man 1289 an dieser Stelle eine neue Befestigungsanlage, nachdem die alte Festung zerstört wurde, die man später auch Ragnit nannte. Diese wurde mehrmals von den Litauern attackiert, denen es 1365 gelang, sie zu zerstören.
1397 entschlossen sich Angehörige des Deutschen Ordens die Burg Ragnit zwei Kilometer flussabwärts des Flusses Memel (Neman) neu zu errichten. Es entstand eine quadratische Burg aus Stein mit vier Stockwerken und einem 25 m hohen Turm. Ab dem 19. Jahrhundert und bis zursowjetischen Zeit befanden sich in der Burg ein Gericht und ein Gefängnis. Nach dem Krieg richtete man hier einen Markt ein. 1976 drehte man hier den Film „Zwanzig Tage ohne Krieg“. Für eine Filmsequenz inszenierte man in der Burg eine Explosion. Diese Szene dauert im Film nur 10 Sekunden, dabei zerstörte man aber die Burg. Danach hatte man für die Ruine lange Zeit keine Verwendung. Erst 2010 wurde sie der Russischen Orthodoxen Kirche übergeben.