An der Kiewskaja-Straße in Simferopol versteckte sich zwischen den modernen Häusern das alte Mühlhausen-Haus. Dies gilt als eines der interessantesten, jedoch leider schlecht erhaltenen Baudenkmäler aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In diesem Haus lebte Fjodor Karlowitsch Mühlhausen. Der russische Arzt, der als einer der besten Ärzte in der russischen Armee, Asket und Wohltäter galt. Als er im Alter von 45 Jahren in den Ruhestad trat, zog er auf die Krim um, kaufte das Haus in Simferopol und engagierte sich in bei wohltätigen Zwecken. Mühlhausen patronisierte ein Armenhaus, das Männergymnasium, die Stadtbibliothek, sowie einen Gefängnisrat von Simferopol.
Das Mühlhausen-Haus wurde damals von den russischen Malern Iwan Aiwasowski und Walentin Serov besucht. Mühlhausen behandelte viele berühmte russische Personen, wie zum Beispiel die Dichter Batjuschkow, Schukowski und Puschkin und den Literaturkritiker und Philosoph Belinski. Man sagte, er habe praktisch die Hälfte der Stadt geheilt und die Armen mit Medikamenten versorgt! Als er im März 1853 starb, kam die ganze Stadt zur Beisetzung. Jetzt leben im Mühlhausen-Haus gleich mehrere Familien. Das ursprüngliche Interieuer blieb leider nicht erhalten. Jeder Besucher kann jedoch den erstaunlichen, fünfrümpfigen Kastanienbaum bewundern. Fünf Kastaniensetzlinge wurden im Jahre 1829 von Mühlhausen, seiner Frau und ihren Kindern gepflanzt. Im Laufe der Zeit sind die jungen Bäume in sich zusammen gewachsen und dienen heute als lebendige Erinnerung an einen erstaunlichen Menschen. Im Jahr 1972 wurde der Kastanienbaum zum Naturdenkmal erklärt. In Simferopol behauptet man sogar ernsthaft, dass der Baum Wünsche erfüllen kann, jedoch nur die gutartigen!