Nicht weit vom Neu-Jerusalemer Kloster in Istra steht am Straßenrand das Denkmal für den Schriftsteller Anton Tschechow und für den Maler Isaak Lewitan. Das Denkmal entstand neben dem Dorf Babkino, nicht weit von diesem Dorf liegt das gleichnamige Landgut, das den Gutsherren Kisseljows gehörte. Hier waren, sowohl der Schriftsteller, als auch der Maler oft zu Besuch. Beide fanden hier Inspiration und Impulse für ihre schöpferische Arbeit.
Die Familie Tschechows lebte in Woskressensk, (dem späteren Istra), seit 1880. Hier lernte Tschechow Aleksej Kisseljow kennen, den Besitzer des Landgutes Babkino. Das Leben in Babkino hatte den Stil des Schriftstellers geprägt, hier wurden seine ersten «erwachsenen» Novellen geschrieben. Angeblich hatte Anton Pawlowitsch hier Eindrucke für Kirschgarten, (russisch: Wischnjowy Sad), eines seiner berühmtesten Theaterstücke, gesammelt und niedergeschrieben. Und die Landschaften, die ihn inspiriert hatten, wurden vom Maler Isaak Lewitan auf seinen Gemälden verewigt. Er kam 1885 zum ersten Mal nach Babkino und, wie Tschechow sich erinnerte, «wurde er fast verrückt vor Begeisterung und wegen der Vielfältigkeit des Materials». Hier entstand das Bild Fluss Istra, welches Lewitan Tschechow geschenkt hat, und hier wurde Material für weitere wunderschöne Gemälde des Malers gesammelt.
Das 20. Jahrhundert hat leider das Landgut Babkino nicht verschont: das Herrenhaus war 1929 abgebrannt, die übrig gebliebenen Nebengebäude wurden in den 1950er Jahren abgetragen. Heute wird Babkino neu aufgebaut. 2009 bekam das Gelände des ehemaligen Landgutes den Kulturerbe-Status. Die Idee des Wiederaufbaus wurde unterstützt, auch weil es einen Plan des Herrenhauses gibt, viele Fotos, die Inventurliste für die Innenausstattung der Räumlichkeiten und eine Liste der Gegenstände, durch die verschiedenen Museen übergeben wurden.