Der prachtvolle Liwadija-Palast wurde drei Kilometer weit von Jalta in der Siedlung Liwadija auf Wunsch der Gemahlin des Zaren Alexander II., Maria Alexandrowna, errichtet. Der Anlass dazu war, dass die Zarin an Tuberkulose litt, die Ärzte hatten ihr empfohlen, so viel wie möglich die heilungsfördernde Luft der Krim einzuatmen. 1860 hatte die kaiserliche Familie das Anwesen von der Potozki-Familie erworben, samt Weinberge und Weinkeller. 1861 wurde das Anwesen zur Sommerresidenz der kaiserlichen Familie. Der Große und der Kleine Liwadija-Palast wurden errichtet. Die Anlage gehört zu den am meisten besuchten Orten auf der Krim.
1891 hat Nikolaus II. das Anwesen in Liwadija geerbt und fing mit seinem Umbau an. Der Große Palast wurde 1910 abgerissen, und 1911 stand hier der neue Weiße Palast. Nikolaus II. liebte Liwadija, weil er dort seine jungen Jahre verbracht hatte. Später kam er hierher mit seiner Familie. Die stimmungsvolle Architektur des Sommerpalastes in Liwadija, der im Stil der italienischen Renaissance gebaut wurde, unterstreicht die Erlesenheit des Bauwerkes und gleichzeitig zeigt, dass es doch ein Landhaus ist. Im ersten Oberstock des Palastes ist eine Ausstellung untergebracht, wo man Details über das Leben der Romanows in Liwadija erfahren kann.
Was das Schicksal des Liwadija-Palastes bei den Sowjets betrifft, so wurde in seinen Räumen nach der Revolution das erste Sanatorium für Bauern eröffnet; laut Hausordnung dieser Heilstätte durften sich hier nur waschechte Bauern erholen, dabei gekleidet in Sanatoriums-Pyjamas. Während des zweiten Weltkrieges wurde der Kleine Palast zerstört, und der heutige Liwadija-Palast wurde von der deutschen Armee eingenommen. Beim Rückzug der Deutschen 1944 haben sie versucht, den Palast zu zerstören, was zum Glück misslang. Und am 4. Februar 1945 fand hier die berühmte Konferenz von Jalta statt, das Gipfeltreffen der „Großen Drei“, der alliierten Staatschefs Stalin, Roosevelt und Churchill. Dokumente zu diesem historischen Ereignis kann man heute im Erdgeschoss des Palastes besichtigen.
Der Liwadija-Palast ist von einem malerischen Park umgeben. Hier fängt der beliebte Wanderweg „Sommerpfad“ (Solnetschnaja tropa) an, der nach Haspra führt: der knapp sieben Kilometer lange, gepflegte Pfad, der sich durch schattige Alleen der Krimküste schlängelt. Im Palast befindet sich ein Museum mit der ständigen Ausstellung „Romanows auf der Krim“.