Der Baukomplex vom Perlachturm und des Rathauses gilt als Symbol Augsburgs. Die beiden Gebäude befinden sich auf dem Rathausplatz, auf welchem in der Antike das römische Amphitheater stand. Der Perlachturm, welcher als Wachturm diente, wurde im 10. Jahrhundert auf dem Rathausplatz der damals hölzernen Stadt errichtet. Der Turm sollte zur Abwehr von Bränden dienen. Der Turm ist allmählich mit der Stadt «gewachsen». Er wurde nämlich über die Jahrhunderte aufgestockt und erreichte um das Jahr 1616 seine heutige Höhe von 70 Metern. Genau im diesem Jahr hat der hiesige Architekt Elias Holl dem Perlachturm mit der schönen laternenförmigen Spitze ergänzt.
Es ist auch interessant, woher der «Perlach» seinen Namen hat. Laut den Historikern bedeutet der «Perlach» wortwörtlich «Tanzbären». Sie neigen dazu, dass vor langer Zeit oft Artisten mit dressierten Tieren auf dem Platz aufgetreten waren. Mit dem Perlachturm sind einige Traditionen in Augsburg wie z.B. die Feier des Michaeltages, welcher am 29. September stattfindet, verbunden. Am Michaeltag erscheint im Bogenfenster des Turmes die Figur des St. Michaels, wie er gerade den Teufel besiegt. Laut einer Sage haben Kinder mit dem Glockenläuten des Turmes einen Wunsch frei, weil der Michaeltag als Kinderfest gilt. Am gleichen Tag findet ein Wettrennen zur Spitze des Turms hinauf der Wendeltreppe mit 261 Stufen statt. Im Jahre 1985 wurde dort ein Carillon anlässlich des zweitausenden Geburtstages Augsburgs hingestellt. Das Carillon stellt ein Musikinstrument, welches das Glockenspiel mit einer Melodie von Mozart imitiert, dar. Das Glockenspiel wird viermal pro Tag jeweils um 11:00, 12:00, 17:00 und 18:00 Uhr gespielt. Der Turm verfügt auch über eine Aussichtplattform. Bei schönem Wetter und klarer Sicht sind von dort aus die Alpen zu sehen.