Gegründet wurde die Stadt Leverkusen 1930 durch den Zusammenschluss der Stadt Wiesdorf. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts baute in der Umgebung von Leverkusen der Fabrikant Carl eine Fabrik für die Herstellung von Farbstoffen, und das Dorf begann allmählich zu einem der wichtigsten Zentren der chemischen Industrie im Land zu werden. Anschließend kaufte die Fabrik der Erfinder von Aspirin, der Pharmariese Bayer Leverkusen, der sein Hauptquartier hierher verlegte. Im Jahr 1930 wurden Weisdorf und drei Nachbargemeinden in eine Stadt zusammengeführt, und Leverkusen genannt.
Der Konzern Bayer wurde für Leverkusen zum wichtigsten Unternehmen, und das beeinflusste das Bild der Stadt. Das riesige Logo, das in der Zentrale der "Urheber" von Aspirin installiert wurde, ist ein Symbol der Stadt und die weltweit größte Leuchtreklame. Den Namen des Konzerns tragen das Fußballstadion BayArena, eines der modernsten des Landes, und die Fußballmannschaft Bayer Leverkusen, die ein gutes Spiel in der Bundesliga zeigt, aber ist noch nie deutscher Meister geworden ist. Den Ruf von Leverkusen als Sportstadt behalten seine berühmten Einwohner: ehemalige NBA-Spieler Detlef Schrempf, Boxer Felix Sturm und Rennfahrer Jörg Bergmeister.
Jedoch ist Leverkusen nicht als ein langweiliges Industriegebiet abzustempeln. Hier gibt es nicht nur Schornsteine. Zum Beispiel, gibt es hier einen japanischen Garten, der als einer der schönsten im Land gilt, und ein echtes Beispiel für die Arbeit von Landschaftsarchitekten ist. Das Rathaus besetzt nicht ein altes Herrenhaus, sondern ein futuristisches Gebäude. Die Bürger nannten es wegen der Form des Daches und der Nachtbeleuchtung eine fliegende Untertasse. Neben dem Rathaus ist das große Einkaufszentrum Rathaus-Galerie gelegen, mit mehr als hundert Geschäften. Für die Spaziergänge eignet sich ein kleiner gemütlicher Park neben dem Schloss Morsbroich. Das Schloss selbst - ein zweistöckiges Gebäude – ist in ein Museum verwandelt worden, in dem eine Sammlung von Nachkriegskunst mit Werken von Andy Warhol ausgestellt ist. Und Liebhaber guter Musik erwartet die Stadt jedes Jahr im November, wenn hier das internationale Festival Leverkusener Jazztage stattfindet.
In Leverkusen ist das beliebteste Bier das so genannte Kölsch. So ist die Nähe zu Köln spürbar, denn von Leverkusen bis nach Köln sind es nur 25 Kilometer. Es gibt keine eigene Brauerei in der Stadt: die einzige Privatbrauerei Ganser, die seit 1869 in Betrieb war, wurde im Jahr 2000 geschlossen. Die beste Begleitung zu Bier in Leverkusen, und in der Tat auf dem Rhein – ist Halver Hahn. Das ist Vollkornbrötchen mit Käse, Butter und Essiggurken. Zu den beliebtesten lokalen Rheinischen Spezialitäten gehören Krüstchen - ein Stück Brot mit Schnitzel und Spiegeleiern darauf, und Rheinischer Sauerbraten aus mariniertem Fleisch mit Rosinen.
Die bescheidene Stadt Leverkusen erhebt, natürlich, keinen Anspruch auf den Titel eines touristischen Mekka Deutschlands, sondern beweist: selbst im Industriezentrum gibt es etwas, zu sehen, was zu erleben und Essen zu kosten!